medico international

13.01.2012 Haiti

Zwei Jahre nach dem Erdbeben

Überblick über bisherige Hilfsmaßnahmen und Planungen

Im Zusammenhang mit dem Erdbeben in Haiti hat medico international sowohl Soforthilfe geleistet als auch langfristig orientierte Entwicklungsprojekte initiiert. Insgesamt umfassen die in den vergangenen zwei Jahren abgeschlossenen und die noch laufenden Projekte ein Finanzvolumen von rund 1,76 Millionen Euro.

medico international konzentrierte sich im ersten Jahr nach dem Erdbeben neben der Soforthilfe auf die gesundheitliche Versorgung von Flüchtlingen im Landesinneren sowie auf den Ausbau des Gesundheitswesens in der Region Artibonite. Dieser Ausbau ist auf drei Jahre angelegt und mit einem Finanzvolumen von 462.000 Euro der größte Einzelposten der medico-Arbeit in Haiti. Das Projekt mit dem haitianischen Partner „Service Oecuménique d’Entraide“ (SOE) umfasst die Bereitstellung von Gesundheitsdiensten auf dem Land, insbesondere Mutter-Kind-Gesundheit, sowie Hygiene- und Gesundheitserziehung und den Bau von Latrinen.

Von diesen Maßnahmen profitieren circa 100.000 Menschen. Zudem leistete SOE in der Region Artibonite Cholera-Nothilfe. SOE-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter klärten die Bevölkerung durch Hygienepromotoren und Radiosendungen über Cholera- Prävention und -Behandlungsmöglichkeiten auf und stellten die Trinkwasseraufbereitung sicher. Den Fokus auf Zahngesundheit legte die Dental-Brigade des guatemaltekischen medico-Partners ACCSS, die zwei Monate lang in Präventionsprogrammen zahnmedizinische Versorgung in der vom Erdbeben hart getroffenen Stadt Léogâne durchführte.

Seit März 2011 unterstützte medico international eine haitianische Organisation bei der partizipativen Erstellung eines kommunalen Entwicklungsplans – sowohl finanziell als auch beratend. In Haiti ist die zentrale Regierung nicht in der Lage, auf lokaler Ebene eine Antwort auf die Probleme des Landes zu geben. Die Dezentralisierung ist in der Verfassung verankert. Bei der Ausarbeitung des kommunalen Entwicklungsplans arbeitete medico international mit der Partnerorganisation CRESFED zusammen. Desweiteren unterstützte medico eine Basisorganisation im Dorf Kolora in der Region Belladère im Grenzgebiet zur Dominikanischen Republik, die über keinerlei Infrastruktur verfügt. Durch Latrinenbau und Sensibilisierung der Bevölkerung versucht diese Organisation, die sanitären Verhältnisse vor Ort zu verbessern. Gerade in Zeiten der Cholera erhielt die Verbesserung sanitärer Verhältnisse eine besondere Bedeutung.

Weitere Maßnahmen von medico international umfassen unter anderem Projekte in den Bereichen Wiederaufforstung, integrierte ländliche Entwicklung und Stärkung der Selbstorganisationskräfte von gesellschaftlichen Basisorganisationen.

Planungen

Eine Reihe der oben genannten Projekte wird auch in den kommenden Jahren von medico international gefördert werden. Zu nennen sind hier insbesondere der Bau des Frauen- und Kinderzentrums in Léogâne, die Stärkung der Basisgesundheitsdienste in Zusammenarbeit mit SOE und die Erstellung des kommunalen Entwicklungsplans.

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