
Das Aktionsbündnis gegen AIDS, medico international und viele andere kirchliche und zivilgesellschaftliche Organisationen haben eine neue Unterschriftenaktion gegen Patente auf Medikamente gestartet.
Die Kampagne will erreichen, dass alle Menschen Zugang zu lebensnotwendigen Aids-Medikamenten erhalten. Dies ist nur möglich, wenn auch neuere Medikamente bezahlbar sind. Die drei Pharmafirmen Abbott, Bristol Myers-Squibb und Gilead, haben in Indien Patentanträge für mehrere dieser lebensnotwendigen Aids-Medikamente gestellt. Durch diese Patentanträge der großen Pharmafirmen wird der Wettbewerb behindert und somit die dringend notwendige Preissenkung der Medikamente. Das Profitinteresse der Firmen darf aber nicht über Leben und Tod von Millionen von Menschen entscheiden.
Die Patentanträge beziehen sich auf Aids-Medikamente der so genannten zweiten Therapielinie: Diese neuen und weiterentwickelten Medikamente kosten selbst in den ärmsten Ländern über 500 US-Dollar, in vielen Schwellenländern sogar über 1.000 US-Dollar pro Patient/Jahr – und sind damit für die meisten Menschen und Gesundheitsprogramme unerschwinglich.
Indische Pharmaunternehmen stellen preiswerte Kopien von Aids-Medikamenten her, sogenannte Generika, und exportieren diese in viele ärmere Länder. Für die Versorgung der PatientInnen in armen Ländern sind diese Medikamente unverzichtbar. Deshalb wird Indien auch oft als Apotheke der Armen bezeichnet. Damit könnte bald Schluss sein: falls die Patentanträge der drei großen Pharmafirmen genehmigt würden, hätten nur sie das Recht diese Präparate herzustellen – für die kommenden 20 Jahre. Diese Monopolstellung bedeutet auch ein Preisdiktat. Die Konsequenz: viele Menschen in ärmeren Ländern können sich die teuren Medikamente nicht mehr leisten.
Deshalb fordert das Aktionsbündnis, dass die großen Pharmafirmen ihre Patentanträge in Indien sofort zurückziehen und somit die Medikamente für die Generikaproduktion freigeben.
Aktionsmaterialien können Sie ebenfalls auf der Homepage des Aktionsbündnis gegen AIDS herunterladen.
